Ehemaliges Tierheim wird nach über 50 Jahren abgerissen


Salzgitters erste Rettungsinsel für heimatlose Tiere war das Tierheim an der Lebenstedter Neißestraße. Von 1956 bis 2011 fanden hier ausgesetzte, beschlagnahmte und nicht mehr gewollte Tiere ein vorübergehendes Zuhause. Nach dem Umzug ins neu gebaute Tierheim in Salzgitter-Bad lag das Gelände am Schützenplatz brach. 11 Jahre später wurde die alten Gebäude nun abgerissen und das gepachtete Gelände nach über 60 Jahren an die Stadt Salzgitter zurückgegeben.

„Es ist eine Ära die nun endgültig zu Ende ging“, erzählt Benjamin Kozlowski, 2. Vorsitzender des Tierschutzvereins Salzgitter. „Nachdem die letzten Tiere vor elf Jahren auszogen, war nun der Zeitpunkt gekommen, einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen“, so Kozlowski.


Der Umzug war nötig geworden, da das Gelände regelmäßig von Hochwasser betroffen war. „1958 standen die Zwinger erstmals unter Wasser und das Tierheim musste geschlossen werden“, erinnert sich Kozlowski. In den folgenden Jahrzehnten trat das Wasser immer öfter über das Ufer des beschaulichen Bächleins Krähenriede. Anfang des neuen Jahrtausends standen die Gebäude 140cm unter Wasser – für Hund Basti kam damals jede Hilfe zu spät und für die Vertreter des Tierschutzvereins und der Stadt Salzgitter war klar, dass ein neuer Standort gefunden werden musste.

Für den ehrenamtlich geführten Verein stellte das brach liegende Gelände an der Neißestraße 152 in Lebenstedt ein finanzielles Risiko dar. „Wir hatten immer im Hinterkof, dass die Stadt Salzgitter als Eigentümerin des Geländes einen Interessenten zur Nachnutzung hat und wir in Zugzwang geraten“, berichtet Vereinsvorsitzender Adrian Maas. „Durch eine Erbschaft war es uns möglich geworden das alte Tierheimgelände zurück zu bauen und in vertragsgemäßen Zustand zurück zu geben.“ Mit den Abriss- und Entsorgungsarbeiten wurde das Hannoveraner Unternehmen Papenburg beauftragt, welches sich in fünfwöchiger Arbeit über das rund 2.500m² große Areal kämpfte und für die fachgerechte Entsorgung sorgte. Da sich die Natur die Fläche zurück eroberte, musste diese zunächst zurückgeschnitten und entfernt werden. Erst danach wurde sichtbar, wie viele Gebäudeteile noch vorhanden waren. „Hier haben sich etliche Personen im Laufe der Jahre bedient und Metalle und andere Materialien aus den Gebäuden geholt“ erzählt Maas. „Teilweise drohte Einsturzgefahr.“ Der zunächst mit einer Woche veranschlagte Abriss verzögerte sich, da Schadstoffe wie z.B. Asbest festgestellt wurden und diese fachgerecht entsorgt werden mussten. „Sonderabfälle schlagen ein richtig großes Loch in die Kasse“, hält der Vereinsvorsitzende fest.


Für den Tierschutzverein Salzgitter, der größtenteils auf Spenden angewiesen ist, war der mehrwöchige Abriss der ehemaligen Tierschutzeinrichtung ein finanzieller Kraftakt. Am Ende steht eine Summe von cirka 100.000 Euro zu buche. Aus dem normalen Tierheim-Etat wäre dies nicht zu bezahlen gewesen. „Nur dank einer großen Erbschaft waren wir endlich in der Lage, den Tierschutzverein Salzgitter von einer weiteren Altlast zu befreien und für die Zukunft abzusichern“, erklärt Maas.


Neben dem Rückbau des ehemaligen Lebenstedter Tierheims konnte der Verein zusätzlich ein Restdarlehen für das neu gebaute Tierheim in Höhe von rund 90.000 Euro zurück zahlen sowie sich den Geländeumgestaltung in Salzgitter-Bad widmen. „Bei uns wird derzeit an allen Ecken und Enden gearbeitet“, so Maas.




Aktuelle Einträge
Archiv